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Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule - Skitouren-Rucksack Interview

Interview mit Bergführer Bernhard Stöckl von der Pro Alpin Bergsportschule, geführt am 14.4.2008 auf der Chanrion Hütte -- Haute Route, Schweiz.

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Jörg Kulling:

Hallo Bernhard. Wir haben uns vor 6 Jahren ebenfalls auf einer von dir geführten Skitour kennen gelernt. Damals war die klassische Haute Route von Argentiere/Chamonix nach Saas Fee mit Option auf Mont Blanc geplant. Die Option Mont Blanc wurde nach dem massiven Eisbruch mit 6 Toten fallen gelassen. Wie oft bist du seit dem die Haute Route mit Varianten gegangen?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Seitdem bin ich die Haute Route schon wieder ca. 20 – 25 mal gegangen.

Jörg Kulling:

Ich habe mal schnell gerechnet. Das sind ja rund 750 Stunden wo du nur auf der Haute Route einen Rucksack getragen hast.

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Ja, bei dieser Betrachtung kommen da schon ordentliche Stundenzahlen raus.

 

Jörg kulling:

Wieviel Liter Rucksack-Volumen machst du deinen Gästen als Vorgabe für die Haute Route?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Meine Empfehlung sind 40 Liter, routinierte Skitourengeher kommen auch mit 35 Liter aus.

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Jörg Kulling:

Was denkst du über die verschiedenen Tragesysteme der Rucksäcke? Ist der leichteste Rucksack vom Gewicht die beste Lösung oder ein doch schwereres Tragesystem mit dem sich daraus resultierenden höherem Gesamtgewicht, welches ein angenehmeres Tragegefühl erzeugt?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Nein, die Tragesystem bringen nichts. Möglichst leichte und einfache Ausführung ist die richtige Entscheidung.

 

Jörg Kulling:

Willst du doch ein Maximalgewicht für einen Skitouren-Rucksack vorgeben?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Ja, da habe ich klare Vorstellungen. Für einen 30 Liter Skitouren-Rucksack maximal 1200 Gramm und für einen 40 Liter Skitouren-Rucksack 1500 Gramm.

 

Jörg Kulling:

Ist dir irgend eine Rucksack-Geometrie besonders aufgefallen?

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Ja, da habe ich auch meine eigenen Vorstellungen: die Wirbelsäule soll durch einen mittigen Luftkanal freiliegen, optimaler Kontakt an der Hüfte und ein perfekter Hüftgurt. Am Rucksack darf nichts flattern.

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Jörg Kulling:

An ein paar wenigen Rucksäcken sind besondere Trimmriemen angebracht, welche diagonal zu den Schultergurten verlaufen. Die Idee ist dabei ja, den Rucksack näher an den Rücken zu bringen. Bringt das deiner Meinung nach was?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Ein stimmiger Rucksack funktioniert auch ohne diese Trimmriemen, derartige System bringen nicht wirklich was. Sie eher nervig beim schwungvollen Aufnehmen und Absetzen des Rucksacks.

 

Jörg Kulling:

Wie sollte die empfundene Gewichtsverteilung beim Skitouren gehen auf Schulter- und Hüftgurt verteilt sein?

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

75% auf den Hüftgurt

25% auf die Schultergurte

 

Jörg Kulling:

Kannst du noch eine Empfehlung für die ideale Gewichtsverteilung im Rucksack machen?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Schwereres muß in die Mitte oder in den unteren Bereich. Der obere Bereich ist für leichteren Inhalt vorbehalten.

 

Jörg Kulling:

Hast du Probleme bei dünnen Ripstop Materialien beobachten können? Vielleicht auch speziell an den Nähten?

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Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Nein, bei den dünnen Ripstop Materialien habe ich keine negativen Beobachtungen machen können. Sie haben aber generell nicht die Wasserdichtigkeit und Haltbarkeit wie andere Stoffe. Generell benutzt aber keiner auf Expedition diese dünnen Materialien, sondern Rucksäcke aus robustem Nylon. Die Ausnahme sind Speed-Begehungen.

 

Jörg Kulling:

Wie stimmig hältst du das Preis-Leistungs Verhältnis bei Rucksäcken?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Die Preis-Leistung ist im allgemeinen in Ordnung, bis auf wenige preisliche Ausreißer nach oben. Mit einer gewissen Preis-Akzeptanz erhält man eine ordentliche Qualität und eine entsprechende Kulanz oder ordentliche Reperatur ist im Problemfall zu erwarten.

 

Jörg Kulling:

Jetzt habe ich gerade gesehen, das auch bei den Bergführern der MP3 Player Einzug gehalten hat. Was hörst du denn für Musik hier in 2500 Meter auf der Hütte?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Bevorzugt jazzige Blues-Rock Musik die gut grooved. Das sind dann Interpreten wie: Greg Koch, Tom Bechtlein, Henrik Freischlader, Roscoe Beck und Joe Bona Mass

 

Jörg Kulling:

Kennst du auch Kiss?

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Freilich kenne ich Kiss.

 

Jörg Kulling:

Ich bin am 6. Juni.2008 in Prag beim Kiss Konzert. Soll ich für dich eine Karte mitbestellen?

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Echt gute Idee, aber ich bin für diesen Termin schon für eine Tour verplant. Schade!

 

Jörg Kulling:

Besten Dank Bernhard für das Interview.

 

Bergführer Bernhard Stöckl Pro Alpin Bergsportschule:

Gerne, hat ja auch genau zeitlich rein gepasst, denn jetzt hat der Hüttenwirt zum Essen aufgerufen.